Craftbeer aus Straßburg mit Bio-Philosophie und Solera-Projekt
Ein weiterer spannender Stopp meiner Elsass-Bier-Tour führte mich zur Brasserie Bendorf im Straßburger Stadtteil Neudorf. Seit 2013 wird hier mit großer Experimentierfreude gebraut – und mit einer beeindruckenden stilistischen Bandbreite.
Die Brauerei steht für moderne französische Craftbeer-Kultur: hopfenbetonte Ales, Lagerbiere, saure Biere, fruchtige Kreationen, Fassreifungen. Das Portfolio besteht aus sieben permanenten Bieren, dazu kommt etwa alle zwei Wochen eine neue „Bière Éphémère“. Insgesamt sind so bereits über 160 verschiedene Biere entstanden – mit kreativen Namen wie Ultime Cyborg, Théorie du Ruissellement oder Volupté du Chaos. Die Vielfalt ist Programm – und genau das macht Bendorf zu einer der spannendsten Craftbrauereien im Elsass.

Direkt vor der Microbrewery gibt es einen netten kleinen Taproom mit Merch und Bottleshop.
Nachhaltigkeit und Bio-Brauen
Ein zentraler Bestandteil der Philosophie von Bendorf ist ein nachhaltiger und regionaler Braubetrieb. Die Brauerei arbeitet konsequent mit Bio-zertifizierten Rohstoffen – Malz, Hopfen und weitere Zutaten stammen aus kontrolliert biologischem Anbau.

Auch im Betrieb selbst werden Ressourcen möglichst effizient genutzt: Rund 65.000 Mehrwegflaschen werden pro Jahr wiederverwendet Etwa 23 % des Prozesswassers wird über ein Rückgewinnungssystem erneut für Reinigung und Brauprozesse genutzt Die beim Brauen entstehenden Treber gehen an einen lokalen Schäfer, der damit seine Tiere füttert – ein schönes Beispiel für regionale Kreislaufwirtschaft.
Das Solera-Projekt „RODÉO“
Ein besonders faszinierendes Projekt der Brauerei ist die Solera-Serie „Rodéo“. Herzstück ist ein großes historisches Holzfass (150 Jahre alt) – ein sogenanntes Fuder mit rund 42 hl Fassungsvermögen – in dem eine Aprikosen-Triple nach dem Solera-Prinzip reift. Das Verfahren stammt ursprünglich aus der Sherry-Produktion: Ein Teil des Bieres wird regelmäßig aus dem Fass entnommen und anschließend mit frischem Bier wieder aufgefüllt. So bleibt immer ein Anteil älterer Jahrgänge im Fass erhalten und prägt die folgenden Abfüllungen.

Die erste Veröffentlichung RODÉO SOLERA Année 1 bestand aus einem Blend von zwei Jahrgängen dieser Aprikosen-Triple. Mit der nächsten Edition kam ein weiterer Jahrgang hinzu: RODÉO SOLERA Année 2 ist bereits ein Blend aus drei Jahrgängen. Mit jedem Jahr wächst so die aromatische Komplexität des Systems. Barrel Finishes: verschiedene Varianten aus einem Solera-Blend Der aus dem Solera-Fuder entnommene Blend wird anschließend in verschiedene Chargen aufgeteilt und weiterentwickelt. So entstehen mehrere Varianten desselben Grundbieres: RODÉO SOLERA – LIES DE CIDRE Der Blend reift anschließend auf Cidre-Hefe, was feine Apfel- und Hefenoten sowie eine leichte oxidative Frische mitbringt. RODÉO SOLERA – WHISKY BA Eine weitere Charge bekommt eine zusätzliche Reifung in Whiskyfässern, wodurch Vanille-, Holz- und Spirituosennoten entstehen. Damit verbindet Bendorf zwei spannende Ansätze moderner Braukunst: Solera-Reifung über mehrere Jahrgänge und unterschiedliche Fass-Finishes aus derselben Basis.
Vielfalt aus dem Elsass
Mit ihrer Kombination aus Bio-Rohstoffen, kreativen Rezepturen, nachhaltigem Denken und experimenteller Fassreifung gehört die Brasserie Bendorf zu den spannendsten Craftbrauereien im Elsass. Und genau diese Vielfalt spiegelt sich auch in den Flaschen wider – von fruchtigen Ales über hopfenbetonte IPAs bis hin zu komplexen Fassprojekten.

Eine Auswahl der Biere findet ihr natürlich auch im Regal der Craftbeer Lodge. https://👉 www.beer-lodge.com/collections/vendors?q=Brasserie%20Bendorf
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